Es kommen folgende Personen für ein operatives Verfahren in Frage:
Krankhaftes Übergewicht, definiert durch einen Body-Mass-Index ≥ 40 kg/m², ist eine eigenständige chronische Erkrankungen, das mit vielen Folgeerkrankungen assoziiert ist. Zu diesen zählen auch:
Durch rein diätetische Maßnahmen mit oder ohne zusätzlicher medikamentöser Unterstützung lässt sich bei krankhaften Übergewicht meist kein dauerhafter Gewichtsverlust erreichen. Daher kann und soll ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung des krankhaften Übergewichtes erwogen werden.
Folgende Kriterien müssen für einen chirurgischen Eingriff zur Therapie des Übergewichts
BMI über 40 kg/m², bei spezieller medizinischer Indikation (z.B: ausgeprägtes metabolisches Syndrom, schwere Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates) auch bei einem BMI zwischen 35-39.9 kg/m²
Derzeit fordern die Krankenkassen vor der Übernahme der Operationskosten eine Indikationsstellung durch einen Internisten.
Die präoperative psychiatrische Evaluierung ist nicht überall obligat, jedoch in den Richtlinien der wichtigsten Adipositasgesellschaften inkludiert.
Welche Operationsverfahren gibt es?
Die Wirkung der Adipositasoperationen beruhen auf 2 Prinzipien: einerseits der Restriktion (Begrenzung der Zufuhr an Nährstoffen) und andererseits der Malabsorbtion (Verhinderung der Aufnahme von Nahrung aus dem Gastrointestinaltrakt ins Blut).
Tabelle 1. Übersicht der OP-Methoden| OP-Methode | restriktiv | malabsorbtiv | laparoskopisch | Individuell einstellbar |
|---|---|---|---|---|
| Gastric Banding (LAGB) | X | x | x | |
| Magenbypass (RYGB) | x | X | x | |
| Magenschlauch | x | x | ||
| Magenschrittmacher | (x) | x | x |
Manche Verfahren kombinieren auch beide Wirkungsprinzipien, dazu zählt man etwa den Magenbypass.
Die neueste Methode, der Magenschrittmacher (Gastric-Pacer), lässt sich zu keinem der Wirkprinzipien zuordnen.
Magenbypässe stellen auch in Österreich die häufigste OP-Methode dar, und lösen immer mehr Magenband-Operationen ab.
Die jüngste Methode ist der Magenschlauch, der entweder als primäre Massnahme gewählt wird oder bei Super-Obesity zur Gewichtsreduktion vor einem Magenbypass durchgeführt wird.
Wann welches Operationsverfahren
Es gibt keine allgemein gültige Regel welche chirurgische Behandlungsmethode die optimale für alle morbid adipösen Patienten ist.
Zur Entscheidungsfindung sind folgende Punkte sind zu bedenken:
| OP-Methode | OP-Letalität | Reduktion d. Übergewichts | Komplikationen |
|---|---|---|---|
| Gastric Banding (LAGB) | 0-0.1% | 40-60% | Slippage (2-11%), Pouch, Pouchnekrose, Bandmigration (1-3%), -leakage, Portinfektionen (10%), Nahrungsbolus |
| Magenbypass (RYGB) | 0-1.5% | 50-70% | Anastomoseninsuffizienz, -ulzera (1.5%), Dumpingsyndrom, Mangelerscheinungen) |
Bei Diabetes mellitus oder Bandversagen ist ein Magenbypass zu empfehlen.
Jedoch müssen Pro und Kontra gemeinsam mit dem Patienten abgewogen werden und so gemeinsam die individuell beste Methode gefunden werden.